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Norddeutsches Schneetreiben an der Küste |
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Lecker „Ska“ von der Ostseeküste – ohne Gräten
Sie tragen dunkle Anzüge und geben auf der Bühne mächtig Gas. Norddeutschlands Ska- und Reggae-Export „Das Kartell“ überzeugt durch einen Mix aus fetten Bläsersätzen, deutschen Texten und jamaikanischem Groove. Am Freitag den 12. Februar spielen die neun Musiker in Wismar und einen Tag später in Neustadt (Holstein). Mit dem Skatitan sprachen sie über kommende Pläne:
Skatitan: Ska kommt aus Jamaika, in England wurde die Musikrichtung mit Bands wie Madness bekannt. Warum singt ihr auf Deutsch? Gunnar: In dieser Sprache Träumen wir doch schließlich. Warum sollen
wir dann nicht auch deutsche Texte schreiben? Anfang der 90er hat die
Band El Bosso und die Ping Pongs schon deutschen Ska gemacht. Ein
Riesen-Erfolg. Wir haben das 1998 wiederbelebt. Selbst wer uns nicht
kennt, singt bei unseren Konzerten gleich die Texte mit. Skatitan: Freut Ihr Euch darauf, wieder in Wismar zu spielen? ............................. (weiter lesen)
Gunnar: Wir haben in Berlin, Hamburg oder Leipzig unglaublich gute
Konzerte mit internationalen Ska-Größen gespielt. Ein Gig in Wismar
ist trotzdem das höchste der Gefühle. Von hier kommen wir. Das Publikum
wartet dort auf uns. Skatitan: Warum spielt Ihr dann nicht öfter in Eurer Heimatstadt? Gunnar: Wir wollen doch schließlich auch außerhalb bekannter werden.
Seit einem halben Jahr macht die Agentur FF-Dabei aus Leipzig unser
Booking. Wir kommen viel rum und freuen uns darüber. Und einmal im
Jahr freuen wir uns auf Wismar. Skatitan: Ihr feiert in diesem Jahr 15-jähriges Bestehen. Was können Fans erwarten? Gunnar: Im Sommer werden wir eine Live-DVD herausbringen. 13 Tracks von
einem Konzert im Berliner Club So36 sind bereits geschnitten und
gemischt. Wir haben dort zusammen mit Blechreiz gespielt. Außerdem ist
eine Kartell-Doku zur Bandgeschichte darauf. Skatitan: Was war Dein persönliches Konzert Highlight bisher? Gunnar: Es gab viele Highlights. Wir haben mit Ska-Größen wie Rude and
Visser aus Holland oder den Toasters aus den USA gespielt. Viel
Publikum und viel Party gab es auf dem Force Attack Festival bei
Rostock. Es war ein gutes Gefühl, 12 000 Leuten in den Hintern zu
treten. Skatitan: Warum gab es lange kein neues Album von Euch? Gunnar: Es gab ständig neue Stücke. Wir haben aber festgestellt, dass
die CD ein Auslaufmodell ist. Eine Band, die keinen Vertrag bei einem
großen Label hat, gewinnt damit nichts. Der Bekanntheitsgrad erhöht
sich durch viele Auftritte und Veröffentlichungen im Internet. Skatitan: Und wie finanziert Ihr Euch mit neun Leuten? Gunnar: Solange wir genug Bier, weibliche Gesellschaft und ein Hotel
haben, sind wir wunschlos glücklich. (lacht). Aber im Ernst. Alle haben
Jobs. Unser Lead-Gitarrist ist Informatiker der Bassist
Orchestermusiker. Doch für keinen von uns gibt es etwas Bessere, als
auf der Bühne zu stehen. Um das finanzielle kümmert sich unser Agent. Das Kartell spielt Freitag am 12. Februar, ab 21 Uhr im Tiko Zigalpa, Dr. Leber Straße, Wismar.
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